Nachmittagstief: 3 Wasser-Anker statt vierter Kaffee

Das Nachmittagstief kommt bei mir selten vom fehlenden Kaffee – das war die unbequemste Erkenntnis aus meinem Arbeitsalltag. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt diesen Moment um 15 Uhr: Die Luft ist raus, die Konzentration weg, und der Griff geht automatisch zur Kaffeemaschine. Bei mir hat genau dieser Griff das Energieloch am Nachmittag jahrelang eher größer gemacht als kleiner.

Ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag – und trotzdem müde

Ich will ehrlich sein: Es war locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Jeden Tag. Die Tasse stand neben der Kasse, sie war nie leer, und ich hätte damals gesagt, dass ich ohne diesen Kaffee gar nicht durch die Schicht komme.

Im Buch beschreibe ich diesen Punkt so: „Früher war es locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Mein Tief kam aber gar nicht vom fehlenden Kaffee, im Gegenteil: zu wenig Wasser, zu viel Essen auf einmal und der viele Kaffee, der mir am Ende eher Kopfschmerzen machte als Energie.“ Getrunken habe ich also viel – nur eben das Falsche.

Das ist meine Erfahrung, kein Rat für deinen Körper. Aber vielleicht kommt dir das Muster bekannt vor: viel Kaffee, wenig Wasser, keine echte Pause – und abends Kopfschmerzen, von denen man nicht weiß, wo sie herkommen.

Kaffee ist für mich heute ein Werkzeug, kein Dauertropf. Aus „Klein anfangen, dranbleiben“

Geändert hat sich das nicht durch einen Verzicht und auch nicht durch ein Trinkziel auf dem Handy. Geändert hat es sich durch drei sehr kleine Dinge, die in jede Schicht passen. Die drei kommen hier.

Tipp 1: Der Wasser-Anker – ein Anlass statt eines Ziels

Der wichtigste Hebel bei mir war, das Trinken nicht mehr an einen guten Vorsatz zu hängen, sondern an einen Anlass, der sowieso passiert. Ein Trinkziel im Kopf funktioniert an einem Tag, an dem ständig jemand vor dir steht, einfach nicht – ein fester Anker schon.

Meine Anker sind: ein Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen, ein Glas vor jeder Mahlzeit, und ein Glas bei jedem Gang ins Lager. Das Lager-Ding klingt banal, ist aber der zuverlässigste von allen – ich gehe an einem Arbeitstag ohnehin ständig nach hinten. So komme ich meistens auf meinen Liter bis 12 Uhr, ohne einmal darüber nachgedacht zu haben.

Such dir einen einzigen Anlass in deinem Tag, der jeden Tag vorkommt. Einer reicht für den Anfang völlig.

Tipp 2: Erst Wasser und Espresso, dann das Essen

Der zweite Hebel betrifft die Reihenfolge, nicht die Menge. Vor einer Mahlzeit trinke ich ein Glas Wasser und einen Espresso – und esse erst danach. Das bewirkt bei mir zweierlei: Ich esse nicht zu viel auf einmal, und wenn ich mit dem Essen fertig bin, entfaltet der Espresso gerade seine Wirkung. Zum Abschluss gehe ich fünf Minuten an die frische Luft.

Wenn der Magen nicht mit zu viel und zu Schwerem vollgepumpt wird, geht es mir spürbar besser durch den Nachmittag. Der Kaffee ist dabei nicht verschwunden – er hat nur einen Platz bekommen. Gezielt und früh statt den ganzen Tag nebenher.

Tipp 3: Die Flasche sichtbar hinstellen – gerade im Sommer

Mitte August, 30 Grad im Laden, die Kundschaft kommt in Wellen: Das ist der Klassiker für einen Tag, an dem man bis Feierabend fast nichts getrunken hat. Mein Trick dafür ist unspektakulär: Die Flasche steht sichtbar hinter der Kasse, nicht im Schrank und nicht im Kühlschrank im Pausenraum. Zwischen zwei Kunden ein Schluck.

Bei Hitze trinke ich früher, nicht mehr – ich hole mir den größeren Teil in die erste Tageshälfte, weil ich weiß, dass es später voller wird. Und wenn du gerade aus dem Urlaub zurückkommst: Es braucht keinen Neustart. Du hängst das Glas Wasser einfach wieder an deinen Anker und machst weiter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Energieloch am Nachmittag hat bei mir selten mit zu wenig Kaffee zu tun, eher mit zu wenig Wasser, zu viel Essen auf einmal und fehlenden Pausen.
  • Früher: ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag – und am Ende Kopfschmerzen statt Energie.
  • Wasser-Anker: nach dem Aufstehen, vor jeder Mahlzeit, bei jedem Gang ins Lager. Mein Ziel: ein Liter bis 12 Uhr.
  • Reihenfolge vor Menge: erst Wasser und Espresso, dann die Mahlzeit, danach fünf Minuten frische Luft.
  • Flasche sichtbar hinstellen – bei Hitze früher trinken, nicht mehr.

Dein erster kleiner Schritt für heute: Stell dir morgen ein Glas Wasser an einen festen Anker – nach dem Aufstehen oder vor der ersten Mahlzeit. Mehr nicht. Klein anfangen. Dranbleiben.

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Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und ist keine Ernährungs- oder Gesundheitsempfehlung. Die genannten Mengen an Wasser und Kaffee sind meine eigenen Gewohnheiten und kein Richtwert für dich – bei gesundheitlichen Fragen, Medikamenten oder Vorerkrankungen wende dich bitte an ärztliches Fachpersonal.

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