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Gewohnheiten anfangen: 3 stille Sätze, die dich bremsen

Gesunde Gewohnheiten anfangen – das klingt nach einer Frage von Wissen. Bei mir war es nie eine Frage von Wissen, denn gewusst hatte ich es immer. Ich wusste, dass ein Glas Wasser am Morgen besser ist als der dritte Kaffee. Ich wusste, dass mir Bewegung guttut und dass die Nächte nach dem Spätdienst zu kurz sind. Umgesetzt habe ich davon jahrelang nichts. „Später“, habe ich gesagt. Nach dem Projekt, nach der Inventur, nach dem Urlaub. Angefangen habe ich erst mit 37 – als die Diagnose kam. Warum hat das so lange gedauert? Heute glaube ich: Es lag nicht an fehlender Disziplin. Es lag an drei stillen Sätzen, die ich seit meiner Kindheit mit mir herumgetragen habe. Vielleicht erkennst du einen davon wieder. Satz 1: „Ich bin halt so.“ Als Kind hört man solche Sätze nebenbei. „Das Kind ist halt so.“ Klingt harmlos, fast liebevoll. Aber wer so etwas oft genug hört, hält es irgendwann für d...

Warum Erfolg deine Gewohnheiten kaputt macht

Der größte Feind kleiner Gewohnheiten ist nicht die Faulheit. Es ist der Erfolg. Kaum funktioniert etwas, will man mehr. Schneller, größer, optimierter. Und ersetzt genau das System, das gerade funktioniert hat, durch eines, das beeindruckt – und dann scheitert. Wie das bei mir aussieht Zwei Minuten liefen gut, also machte ich zehn daraus. Aus dem einen Glas Wasser am Morgen wurde ein Trinkplan mit Uhrzeiten. Aus „drei Zeilen aufschreiben“ wurde ein Journal mit fünf Fragen. Gehalten hat davon nichts. Die kleine Version schon – die mache ich heute noch. Langeweile ist ein gutes Zeichen Wenn sich eine Gewohnheit langweilig anfühlt, heißt das nicht, dass sie ausgedient hat. Es heißt, dass sie sitzt. Genau dann ist die Versuchung am größten, etwas draufzupacken. Mein Rat an mich selbst: nichts ändern. Noch einmal dieselbe Version. Und noch einmal. Denk wie ein Kind Als Kind bin ich kopf...

Der 30-Tage-Plan, der ohne App und Programm geht

Die meisten Pläne scheitern nicht in Woche drei. Sie scheitern in Woche eins – weil sie mit drei Dingen gleichzeitig anfangen. Mehr Sport, besser essen, früher ins Bett, alles ab Montag. Ich habe das jahrelang so gemacht und es jedes Mal nach ein paar Tagen wieder gelassen. Der ganze Plan passt in vier Zeilen Kein Programm, keine App, kein Equipment: Woche 1: eine einzige 2-Minuten-Gewohnheit wählen und täglich machen. Woche 2: dieselbe Gewohnheit halten. Nichts Neues. Woche 3: eine zweite kleine Gewohnheit dazu. Woche 4: beide halten – und nie zweimal hintereinander aussetzen. Das ist alles. Der schwierigste Teil daran ist nicht Woche vier, sondern die Versuchung in Woche zwei, schon etwas draufzupacken. Wie meine ersten 30 Tage wirklich liefen In Woche 1 ging es bei mir nur um eine Sache: morgens ein Glas Zitronenwasser, auf nüchternen Magen, noch bevor der Kopf richtig wach ist. Sonst nichts. Als das saß, k...

Nie zweimal aussetzen: der Trick beim Dranbleiben

Jede Gewohnheit reißt irgendwann. Meine auch, mehrfach. Lange dachte ich, der Unterschied zwischen Menschen, die dranbleiben, und Menschen, die aufgeben, sei die Disziplin. Das stimmt nicht. Der Unterschied liegt woanders: im Wiedereinstieg. Einmal aussetzen ist normal. Zweimal ist der Anfang vom Ende. Das ist die einzige Regel, an die ich mich wirklich halte. Sie klingt fast zu einfach, aber genau darin liegt ihr Wert: Sie funktioniert auch an einem Tag, an dem gar nichts nach Plan läuft. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur verhindern, dass aus einem ausgefallenen Tag zwei werden. Der Gegner ist dabei nicht die Faulheit, sondern der Perfektionismus. Wer „alles oder nichts“ denkt, landet zuverlässig bei nichts. Eine gerissene Woche fühlt sich dann an wie ein Beweis dafür, dass man es eben nicht kann – und man fängt gar nicht erst wieder an. Gestreikt hat nicht der Körper, sondern der Kopf Mein schwerster Vorsatz w...

Feierabend im Kopf: nach der Schicht wirklich abschalten

Feierabend im Kopf ist etwas anderes als Dienstschluss. Ich habe jahrelang pünktlich abgeschlossen und war trotzdem nicht zu Hause – körperlich schon, im Kopf noch im Laden. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt das: Die Tür fällt zu, aber Zahlen, Druck und offene Gedanken laufen einfach weiter. Der Dienst endet. Der Kopf nicht. Ich habe viel zu viel mit nach Hause genommen. Nicht in Taschen, sondern im Kopf: Was war heute schiefgelaufen, was steht morgen an, wer war unzufrieden. Eine normale Unterhaltung mit meiner Frau war in dieser Zeit kaum möglich. Ich war da – und war doch nicht da. Das hat mich besonders geärgert, weil wir unterschiedliche Arbeitszeiten haben und unter der Woche ohnehin wenig gemeinsame Zeit bleibt. Im Buch habe ich es so aufgeschrieben: „Ausgerechnet diese kostbare Zeit habe ich mit Grübeln verbracht statt mit ihr.“ Das ist der Satz, der mir bis heute am meisten ...

Nachmittagstief: 3 Wasser-Anker statt vierter Kaffee

Das Nachmittagstief kommt bei mir selten vom fehlenden Kaffee – das war die unbequemste Erkenntnis aus meinem Arbeitsalltag. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt diesen Moment um 15 Uhr: Die Luft ist raus, die Konzentration weg, und der Griff geht automatisch zur Kaffeemaschine. Bei mir hat genau dieser Griff das Energieloch am Nachmittag jahrelang eher größer gemacht als kleiner. Ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag – und trotzdem müde Ich will ehrlich sein: Es war locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Jeden Tag. Die Tasse stand neben der Kasse, sie war nie leer, und ich hätte damals gesagt, dass ich ohne diesen Kaffee gar nicht durch die Schicht komme. Im Buch beschreibe ich diesen Punkt so: „Früher war es locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Mein Tief kam aber gar nicht vom fehlenden Kaffee, im Gegenteil: zu wenig Wasser, zu viel Essen auf einmal und der viele Kaffee, der mir am Ende eh...

Bewegung ohne Fitnessstudio: 3 Anker für den Alltag

Bewegung ohne Fitnessstudio – klingt erstmal nach Ausrede, war bei mir aber ein Umdenken. Neun Stunden auf den Beinen, und dann soll ich noch ins Studio? Das hat bei mir nie funktioniert. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt das Gefühl: körperlich k.o., aber trotzdem „zu wenig bewegt“, weil die Schritte fehlen, die früher selbstverständlich waren. Vom Schritte-Weltmeister zum 38-Quadratmeter-Shop In der Gastronomie war ich automatisch in Bewegung – Teller tragen, Laufwege, die ganze Schicht auf den Beinen. Bewegung war kein Thema, sie passierte einfach. Als ich in den Einzelhandel wechselte, änderte sich das schlagartig: In einem Shop von 38 Quadratmetern gibt es nicht viel zu laufen. Die Schritte, die früher von allein kamen, waren plötzlich Mangelware. Am Anfang habe ich das ignoriert – man ist ja „den ganzen Tag auf den Beinen“, das fühlt sich nach genug an, is...