Posts

Es werden Posts vom August, 2026 angezeigt.

Nie zweimal aussetzen: der Trick beim Dranbleiben

Jede Gewohnheit reißt irgendwann. Meine auch, mehrfach. Lange dachte ich, der Unterschied zwischen Menschen, die dranbleiben, und Menschen, die aufgeben, sei die Disziplin. Das stimmt nicht. Der Unterschied liegt woanders: im Wiedereinstieg. Einmal aussetzen ist normal. Zweimal ist der Anfang vom Ende. Das ist die einzige Regel, an die ich mich wirklich halte. Sie klingt fast zu einfach, aber genau darin liegt ihr Wert: Sie funktioniert auch an einem Tag, an dem gar nichts nach Plan läuft. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur verhindern, dass aus einem ausgefallenen Tag zwei werden. Der Gegner ist dabei nicht die Faulheit, sondern der Perfektionismus. Wer „alles oder nichts“ denkt, landet zuverlässig bei nichts. Eine gerissene Woche fühlt sich dann an wie ein Beweis dafür, dass man es eben nicht kann – und man fängt gar nicht erst wieder an. Gestreikt hat nicht der Körper, sondern der Kopf Mein schwerster Vorsatz w...

Feierabend im Kopf: nach der Schicht wirklich abschalten

Feierabend im Kopf ist etwas anderes als Dienstschluss. Ich habe jahrelang pünktlich abgeschlossen und war trotzdem nicht zu Hause – körperlich schon, im Kopf noch im Laden. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt das: Die Tür fällt zu, aber Zahlen, Druck und offene Gedanken laufen einfach weiter. Der Dienst endet. Der Kopf nicht. Ich habe viel zu viel mit nach Hause genommen. Nicht in Taschen, sondern im Kopf: Was war heute schiefgelaufen, was steht morgen an, wer war unzufrieden. Eine normale Unterhaltung mit meiner Frau war in dieser Zeit kaum möglich. Ich war da – und war doch nicht da. Das hat mich besonders geärgert, weil wir unterschiedliche Arbeitszeiten haben und unter der Woche ohnehin wenig gemeinsame Zeit bleibt. Im Buch habe ich es so aufgeschrieben: „Ausgerechnet diese kostbare Zeit habe ich mit Grübeln verbracht statt mit ihr.“ Das ist der Satz, der mir bis heute am meisten ...

Nachmittagstief: 3 Wasser-Anker statt vierter Kaffee

Das Nachmittagstief kommt bei mir selten vom fehlenden Kaffee – das war die unbequemste Erkenntnis aus meinem Arbeitsalltag. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt diesen Moment um 15 Uhr: Die Luft ist raus, die Konzentration weg, und der Griff geht automatisch zur Kaffeemaschine. Bei mir hat genau dieser Griff das Energieloch am Nachmittag jahrelang eher größer gemacht als kleiner. Ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag – und trotzdem müde Ich will ehrlich sein: Es war locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Jeden Tag. Die Tasse stand neben der Kasse, sie war nie leer, und ich hätte damals gesagt, dass ich ohne diesen Kaffee gar nicht durch die Schicht komme. Im Buch beschreibe ich diesen Punkt so: „Früher war es locker ein Liter Kaffee bis zum Nachmittag. Mein Tief kam aber gar nicht vom fehlenden Kaffee, im Gegenteil: zu wenig Wasser, zu viel Essen auf einmal und der viele Kaffee, der mir am Ende eh...

Bewegung ohne Fitnessstudio: 3 Anker für den Alltag

Bewegung ohne Fitnessstudio – klingt erstmal nach Ausrede, war bei mir aber ein Umdenken. Neun Stunden auf den Beinen, und dann soll ich noch ins Studio? Das hat bei mir nie funktioniert. Wer im Schichtdienst, im Einzelhandel oder im Service arbeitet, kennt das Gefühl: körperlich k.o., aber trotzdem „zu wenig bewegt“, weil die Schritte fehlen, die früher selbstverständlich waren. Vom Schritte-Weltmeister zum 38-Quadratmeter-Shop In der Gastronomie war ich automatisch in Bewegung – Teller tragen, Laufwege, die ganze Schicht auf den Beinen. Bewegung war kein Thema, sie passierte einfach. Als ich in den Einzelhandel wechselte, änderte sich das schlagartig: In einem Shop von 38 Quadratmetern gibt es nicht viel zu laufen. Die Schritte, die früher von allein kamen, waren plötzlich Mangelware. Am Anfang habe ich das ignoriert – man ist ja „den ganzen Tag auf den Beinen“, das fühlt sich nach genug an, is...